An zwei Freitagen im Monat bereiten 2 – 3 Mitarbeiterinnen sowie ebenfalls 2 – 3 Kundinnen gemeinschaftlich ein Frühstück vor. Die Küche wird dann zum Begegnungsort, Arbeitsplatz, Besprechungsort; es geht laut, leise, oft quirlig und immer gemeinschaftlich zu. Was brauchen wir fürs Frühstück, wer stellt was zusammen, wer macht einen besonderen Dip? Alles wird auf deutsch besprochen, auch wenn sich im Raum vier Nationen befinden.
Und dann geht es los: Käseplatten, Wurstteller, viel Obst und viel Gemüse wird liebevoll zusammengestellt und dekoriert, die Tische werden gedeckt, immer sieht es sehr einladend aus.
Wir lernen voneinander, lachen miteinander, lernen nationale Gepflogenheiten kennen. Beim anschließenden Gemeinschaftsfrühstück, zu dem wir natürlich auch alle anderen anwesenden Kund*innen an den gedeckten Tisch bitten, entwickeln sich gute Gespräche in Gruppen oder auch Einzelgespräche. Nach jedem Frühstück schauen wir uns stets mit anderen Augen an, sind uns bekannter und vertrauter. Einzelne Kund*innen sitzen aber nur einfach mittendrin und genießen stumm die Gemeinschaft.
Neulich gab es ein Highlight: gemeinsam wurden gefüllte Weinblätter hergestellt und anschließend mit großem Genuss gegessen. Köstlich! Eine Kundin übernahm die Küchenleitung, die Arbeiten wurden verteilt und dann ging es ans Rollen. Wir haben viel gelernt.
Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste gemeinsame Kochen, denn dann gibt es Borretsch und eine Kundin aus der Ukraine wird die Küchenleitung übernehmen. Es ist wunderbar und bestätigt uns sehr, dass das gemeinsame Miteinander so gut von den Kund*innen angenommen wird. Viele möchten mithelfen und aktiv dabei sein. Nach dem Essen helfen alle beim Aufräumen, wobei die Küche erneut zum lebendigen Begegnungsort wird.
Gelebte Gemeinschaft, die Brücken baut und Sprache lebendig macht!
Text: Anke Brandt / Fotos: Andreas Becker-Brandt

